58 - DiPA - Digitale Pflegeanwendungen mit Markus C. Müller von NUI Care

Shownotes

Bisher sind viele Digitale Pflegeanwendungen, kurz DiPA, noch nicht offiziell anerkannt und von den Pflegekassen finanziell unterstützt. Dieser Umstand wirft spannende Fragen auf, denn während die Technologie stetig voranschreitet, müssen auch regulatorische Rahmenbedingungen angepasst werden, um den vollen Nutzen dieser digitalen Innovationen in der Pflege zu erschließen.

In diesem Video werfen wir mit Markus C. Müller, CEO von NUI Care ( https://nui.care/ ) und Vorstandsmitglied im Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung ( https://digitalversorgt.de/ ) einen Blick auf die aktuellen Herausforderungen und Diskussionen bezüglich der Zulassung von DiPA durch die Pflegekassen. Welche Hürden müssen genommen werden und welche Chancen eröffnen sich für die Zukunft der Pflege?

Eure Meinungen und Erfahrungen zu diesem Thema sind besonders gefragt! Teilt sie in den Kommentaren, denn gemeinsam können wir dazu beitragen, dass die Vorteile digitaler Pflegeanwendungen auch finanziell leichter zugänglich werden.

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo, mein Name ist Dieter Dünder und mein Name ist Jens Henselight.

00:00:04: Wir sind Ihre Pflegeexperten aus Berlin und begrüßen Sie in unserem Pflegecafé.

00:00:08: Hallo und herzlich willkommen.

00:00:20: Hallo, da sind wir wieder.

00:00:21: Ja und heute nicht zu zweit, heute sind wir zu dritt.

00:00:24: Herzlich willkommen.

00:00:25: Hallo zusammen.

00:00:26: Ja, schön, dass das geklappt hat.

00:00:28: Wir haben es lange angekündigt, nie einen Namen genannt.

00:00:31: Mit Absicht.

00:00:33: Viele werden das Gesicht kennen, also muss ich sagen, viele in der Pflegezene kennen da

00:00:38: ein Gesicht.

00:00:39: Also bin ich festvoll überzeugt.

00:00:41: Also ich kenne niemanden, der diesen Namen nicht kennt.

00:00:44: Wir würden sagen, stell dich einfach mal vor und sag wer du bist, wir lösen es auf.

00:00:49: Gerne, also ich heiß nicht Nui, obwohl das auch ein Name ist tatsächlich.

00:00:53: Weil Nui Möller geht ja auch.

00:00:55: Klingt auch gut, gell?

00:00:56: Ich hab bei LinkedIn tatsächlich einer angeschrieben oder connected, der mit vor anderem Nui heißt.

00:01:00: Das ist ein Teilender, ein Teilender der Name.

00:01:03: Mein Name ist Markus Müller, sehr deutscher Name.

00:01:05: Und ich bin einer der Gründer und Geschäftsführer von Nui.

00:01:08: Ja.

00:01:09: Und warum ist der hier?

00:01:12: Genau, was ist Nui?

00:01:13: Ganz viele Fragen, die wir hier haben.

00:01:15: Genau, also wir haben vor, ich weiß gar nicht mehr, anderthalb Monaten, zwei Monaten die

00:01:20: Folge veröffentlicht "Digitalisierung, was ist das?

00:01:24: Digitalisierung der Pflegefragezeichen".

00:01:26: Ja.

00:01:27: Und haben da viel rumschvadroniert, darauf hast du dich gemeldet und hast gesagt, wir

00:01:29: müssen uns mal unterhalten.

00:01:30: Ganz so schön und einfach ist das alles nicht.

00:01:34: Und wir fanden das Gespräch so toll und sind selber aus diesem Gespräch, was wir damals

00:01:38: hatten, draußen haben gedacht, okay, darüber müssen wir wirklich nochmal reden.

00:01:42: Weil offensichtlich sieht das immer alles so schön aus.

00:01:46: Ist es aber gar nicht.

00:01:48: Na es wird halt alles propagiert, digital, digital, digital.

00:01:51: Und jetzt haben wir einen Akteur, der mittendrin ist und uns berichten kann, wie digital wir

00:01:58: unterwegs sind in der Gesundheitsbranche, insbesondere in der Pflegeversicherung.

00:02:01: Ja, ja.

00:02:02: Also für die, die es nicht kennen, was ist NuiCare?

00:02:05: Also NuiCare ist eine digitale Plattform, die pflegenden Angehörigen bei der Pflege

00:02:10: zu Hause hilft.

00:02:11: Also jeder, der schon mal zu Hause gepflegt hat oder jemand kennt, der pflegt, weiß,

00:02:15: wie anstrengend das ist, wie herausfordernd das ist, wie schwierig und auch wie zufällig

00:02:19: oft man bestimmte Dinge erfährt.

00:02:21: Also der VdK, der Sozialverband Deutschland hat mal festgestellt, dass jedes Jahr 12

00:02:25: Milliarden Euro nicht abgerufen werden von Pflegebedürftigen.

00:02:28: Und es liegt zum Großteil daran, dass die gar nicht wissen, dass es diese Ansprüche

00:02:31: gibt oder wie man sie eben umsetzt.

00:02:33: Und das ist so ein Teil, einfach nur ein Beispiel dafür, wie schwierig es ist, eben diese Pflege

00:02:36: zu Hause zu stemmen.

00:02:37: Dazu geholmt dann noch das ganze fachliche Thema.

00:02:40: Niemand ist ja Profi, also die wenigsten sind Profis in der Pflege.

00:02:43: Beschäftigen sich auch vorher nur sehr ungern mit dem Thema, bevor dann die Mutter wirklich

00:02:46: oder der Vaterpflege bedürftig wird.

00:02:48: Und wenn es dann soweit ist, kommt alles auf einmal, was man völlig überfordert.

00:02:51: Und da versuchen wir die Menschen an die Hand zu nehmen, digital in die Hand zu nehmen

00:02:54: und sie durch diese Reise, durch diese Pflegereise zu begleiten, sie zu unterstützen, ihnen an

00:02:58: den richtigen Stellen die richtigen Informationen zu geben und ihnen bei der Beantragung von

00:03:02: Leistungen zum Beispiel zu helfen und sie insgesamt zu informieren zu diesem Thema.

00:03:06: So was wie ein digitaler Pflegeberater.

00:03:08: Digitaler Pflegeberater, das ist auch das Stichwort.

00:03:11: Ich meine, wir sind ja auch in der Pflegeberatung unterwegs.

00:03:13: Bist du uns etwa eine Konkurrenz mit deiner digitalen App und wir als Pflegeberater sind

00:03:19: nicht mehr nützlich?

00:03:20: Also wir sehen da den hybriden Ansatz sehr zielführend.

00:03:25: Das heißt, die Kombination aus Digitalisierung und der menschlichen Pflegeberatung, so zu

00:03:29: sagen, glauben wir, ist ideal.

00:03:30: Wir glauben, dass es bestimmte Dinge gibt, die der Pflegeberater in jeder klassischen

00:03:35: Pflegeberatung immer wieder einfach runterrollt und abspielt.

00:03:38: Und ich glaube, die Dinge könnte man oder kann man auch digital abbilden.

00:03:41: Vielleicht sogar ein bisschen besser, weil der digitale Pflegeberater vergisst keine

00:03:45: Frage, er vergisst auch keine Antwort.

00:03:47: Vielleicht, wir sind alle Menschen, vergessen wir eben ab und zu mal Dinge.

00:03:51: Und dafür gibt es trotzdem immer noch sehr komplexe Pflegesituationen und sehr individuelle

00:03:55: Situationen und Pflegesituationen, wo eben ein Mensch viel besser beraten kann und viel

00:04:01: besser einschätzen kann, was in der Situation gebraucht wird.

00:04:03: Deswegen ist es bei uns in der App übrigens auch so, dass man immer auch mit einem echten

00:04:06: Menschen kommunizieren kann, aktuell per Chat, künftig auch per Videocall und per Telefon,

00:04:11: um eben diese hybride Lösung eben auch darzustellen.

00:04:13: Ja, schön.

00:04:14: Genau.

00:04:15: Ich habe ja vorhin auch bewusst gelächelt.

00:04:17: Also Digitalisierung ist wichtig, aber Digitalisierung wird uns Menschen nie im Gesamten ablösen.

00:04:23: Und wie du schon sagst, wir machen das ja auch, wenn wir Pflegeberatung machen, dass

00:04:28: wenn die Information zu geringfügig ist, dass wir dann auch auf unserem Podcast, auf

00:04:33: unsere Infomaterialien dann verweisen.

00:04:35: Weil alles, auch wenn man alles erzählt, es bleibt halt nicht im Kopf.

00:04:39: Es ist einfach zu viel und da ist so eine digitale Lösung auf jeden Fall hilfreich.

00:04:44: Ja, und man muss ja auch sagen, also mir ist das so gegangen.

00:04:47: In der Pandemie haben ja auch die, haben ja schon oft gesagt, die älteren, die sind

00:04:52: nicht so technisch fit, was ja gar nicht stimmt.

00:04:54: Weil viele sind ja durch die Pandemie gezwungen worden, sich damit auseinanderzusetzen.

00:04:59: Und also wir kriegen ja auch von 90-jährigen Emails, meine Oma selber Mitte 80, auch

00:05:03: mit dem Tablet unterwegs.

00:05:04: Also eine ganz tolle Sache.

00:05:06: Und ich bin auch, also sagen wir ja auch mal.

00:05:09: Das ist eine, alles ergänzt sich.

00:05:11: Und wir erzählen den Leuten das und bei täglich die Situation, wo ich mir denke, man sieht

00:05:17: ja den Leuten richtig in den Augen an, man erzählt etwas und du siehst richtig, die

00:05:20: sind weg.

00:05:21: Die gehören ja gar nicht, ja die gehören ja gar nicht mehr zu, weil die weg sind.

00:05:23: Und wenn man es dann eben nachlesen kann, wenn man es immer wieder nachlesen kann, immer

00:05:27: wieder nachfragen kann und eben das unterstützend hat, ist das eine ganz tolle Sache und das

00:05:31: stimmt ja auch die Leistung, alles was da so vorhanden ist.

00:05:33: Also den Leuten das zu erzählen.

00:05:36: Das dauert.

00:05:37: Und ich finde, wenn ich im Vorfeld digital schon abklopfen kann, was mir alles zusteht,

00:05:42: kann ich auch ganz gezählt dann auch mein Pflegeberater in Mensch sozusagen fragen, wie

00:05:47: ich davor gehen kann.

00:05:48: Das ist ein wichtiger Punkt, das kriegen wir auch als Feedback von unseren Nutzern, dass

00:05:51: sie sagen, wenn sie so ganz frisch in der Pflegesituation sind und keine Ahnung haben

00:05:55: und dann sitzt ein Pflegeberater vorhin, die wissen gar nicht, was sie fragen sollen.

00:05:57: Ja.

00:05:58: Wenn sie sich so ein bisschen vorbereiten können und die ersten, sagen wir mal, Basisbegriffe

00:06:01: kennen, dann können sie gezielt Fragen stellen, wie du sagst.

00:06:03: Ja.

00:06:04: Und fühlen sich auch viel informierter dann.

00:06:05: Ja, ja, genau.

00:06:06: Und diese, das muss man ja aussehen, die ganzen Fachbegriffe, mit denen wir da dann um uns

00:06:10: hauen, die sind ja auch nicht selbst erklärend nur vom Wort her.

00:06:14: Und dann, also arbeitet man sich von quasi Termin zu Termin dadurch.

00:06:18: Im nächsten Termin stellt man fest, dass was man davor gesagt hat, schon wieder alles

00:06:22: eigentlich weg ist und überhaupt nicht verstanden wurde.

00:06:25: Einfach nicht, weil man es nicht richtig erklärt hat, sondern auch, weil es ja so kompliziert

00:06:29: miteinander zusammenhängt.

00:06:30: Ja.

00:06:31: Und da gibt es ja viele Rechnersysteme, womit man sich dann Sachen ausrechnen kann und

00:06:35: so.

00:06:36: Aber in Bezug nehmt auf dieses Angebot, geht es ja auch darum, dass eben die Politik groß

00:06:45: rumschvadroniert hat und jetzt kommt eben die Digitalisierung.

00:06:48: Und da wäre es ja mal für unsere Hörer und Hörerinnen und Zuschauer entspannt zu wissen,

00:06:55: womit hat es dann eigentlich angefangen.

00:06:56: Genau, und muss ja zurückgehen ein bisschen.

00:06:58: Jetzt sparen.

00:06:59: Unser damaliger Gesundheitsminister hat ja eine gute Idee gehabt, und zwar hat er damals

00:07:03: als einer der ersten Länder in Europa, ich glaube sogar weltweit, die gesunden digitalen

00:07:07: Gesundheitsanwendungen eingeführt.

00:07:09: Das sind quasi Apps auf Rezept, wurde es immer genannt.

00:07:12: Also ich kann quasi als Arzt, wenn jemand Migräne hat zum Beispiel, statt ne Medikament auch

00:07:16: ne App verschreiben, da gibt es ein Rezept dafür.

00:07:18: Man lädt sich diese App runter, kriegt einen Code und kann dann diese Therapie für ne bestimmte

00:07:23: Zeit nutzen.

00:07:24: Die wird erstattet von den Kassen, wie auch ein Medikament eben.

00:07:27: Und damals hatte man dann gesagt, na ja, das funktioniert für die Gesundheit, warum

00:07:31: nicht auch in der Pflege, eine digitale Pflegeanwendung anbringen.

00:07:35: Und hat dann eben diesen Prozess begonnen, quasi die Skellehrt von oder das, was man

00:07:40: umgesetzt hatte in der digitalen Gesundheitsanwendung auf die Pflege zu übertragen.

00:07:43: Ich war damals als einer der Hersteller, Vertreter auch mit in diesen Prozessen involviert.

00:07:48: Also wir sind eingeladen worden zu Workshops vom Bundesministerium für Gesundheit, zusammen

00:07:52: mit dem GKV-Spitzenverband und vielen Wissenschaftlern und konnten so unseren SEMF-Wissen dazugeben.

00:07:56: Und haben immer wieder darauf hingewiesen, und das ist leider auf dem Prozess, auf

00:07:59: dem Weg verloren gegangen, dass eben Pflege nicht Gesundheit ist, dass wir mit völlig

00:08:03: unterschiedlichen Voraussetzungen ins Rennen gehen quasi.

00:08:06: Und dass wenn ich Kopfschmerzen habe als Migräne beispielsweise, ich eben einen sehr isoliertes

00:08:11: Symptom habe, was mit einer Therapie zu einem Ergebnis führt.

00:08:14: In der Pflege habe ich eine sehr komplexe Situation, habe ich nicht einen Symptom und

00:08:18: ein Ergebnis, sondern ich habe eine sehr differenzierte komplexe Situation, sodass es schwer ist

00:08:22: für eine DIPA, die jetzt ein bisschen breiter aufgestellt ist als nur, ich sag mal das Thema

00:08:26: Sturz oder Decobitus oder was auch immer, sich anzugucken, für die festzulegen, welche

00:08:31: Intervention führt denn genau zu welchem Ergebnis, weil die Situation eben so viele Einflüsse

00:08:35: hat.

00:08:36: Deswegen haben wir damals zum Beispiel gesagt, wir glauben, dass so klassische RCT-Studien,

00:08:40: also wie in der Medizin eben gemacht werden, dafür nicht passend sind, sondern dass man

00:08:44: andere Wege gehen muss, auch schon deshalb, weil es in der Pflege gar nicht so viele Messinstrumente

00:08:48: gibt.

00:08:49: Ich brauche ja erst mal validierte Messinstrumente, mit denen ich eine Studie erst überhaupt

00:08:52: fahren kann.

00:08:53: Das heißt, in unserem Fall müssten wir erst mal ein Messinstrument validieren über eine

00:08:56: Studie, das dauert ein Jahr.

00:08:58: Und dann mit diesem Messinstrument nochmal eine Studie machen, die dann beweist quasi,

00:09:02: dass wir eben zu einer besseren Pflege zu Hause führen.

00:09:05: Und dieser Aufwand, dieser Prozess ist für die Pflege wie gesagt nicht passend, leider

00:09:10: sind wir damals oder bin ich damals nicht durchgedrungen in diesem Prozess, sodass

00:09:13: die Gesetzgebung jetzt, wie sie ist, mit dem Ergebnis leben muss, dass es bisher noch

00:09:17: keine DIPA gibt, noch nicht mal einen Antrag zu der DIPA gibt.

00:09:20: Das wäre jetzt mein nächster Ansatz, DIPA.

00:09:24: Es gibt ja auch den paar Grafen dazu, es gibt ja auch die Möglichkeit, DIPA, also digitale

00:09:30: Pflegeanwendung abzurechnen.

00:09:33: Ich habe bisher nichts gefunden, was ich diesbezüglich beraten kann.

00:09:38: Ich weiß auch nicht, welches Formblatt, wie richtet man was an wen, ist da überhaupt

00:09:44: schon irgendwas entstanden?

00:09:45: Also nachdem es noch keine DIPA gibt, kann man auch nichts beraten.

00:09:48: Das war doch auch, wir haben doch auch noch etwas, was wir haben.

00:09:50: Wir hatten doch unter der letzten Folge da so schön gesagt, es gibt ja unsere Weitererinnen,

00:09:53: kamst du ja und sagt, nee, nee, nee, das gibt es alles nicht.

00:09:56: Aber ich war nämlich zu erinnern, dass bevor das Gesetz erlassen wurde, gab es ja viele

00:10:01: Angebote diesbezüglich und dann im Bezogen auf, es muss wissenschaftlich nachgewiesen

00:10:06: werden, dass überhaupt...

00:10:08: Also es gab damals einige Anwärter, die gesagt haben, wenn die DIPA kommt, dann wären wir

00:10:12: gerne eine DIPA, da haben wir auch dazu gehört, weil wir gesagt haben, das ist ja toll, wenn

00:10:15: wir nicht mit jeder Kasse einen Individualvertrag schließen müssen, sondern uns einmal zertifizieren

00:10:19: und dann über allen abrechnen war es so, dass der pflegend bedürftige einfach einen Antrag

00:10:23: bei der Kasse stellt auf diese DIPA, dann künftig die Kasse des Genehmigt und dann sozusagen

00:10:28: bis zu 50 Euro pro Monat übernommen werden.

00:10:31: Ja und die digitale Pflegeanwendung muss für die pflegirische Versorgung, sagt die

00:10:38: nicht sein.

00:10:39: Genau.

00:10:40: Das reicht nicht, wenn ich ein Tablet mir anschafe, weil ich mit meiner Tochter kommunizieren

00:10:45: will.

00:10:46: Genau.

00:10:47: Also erst mal muss der pflegirische Nutzen nachgewiesen werden und den muss man eben

00:10:50: über eine Studie nachweisen.

00:10:51: Der pflegirische Nutzen kann in verschiedenen Bereichen stattfinden, Mobilität ist einer

00:10:54: zum Beispiel, so klassische Kommunikationsmittel, also um nur mit jemandem zu kommunizieren,

00:11:00: fallen daraus, alles was zum Alltagsgebrauch sozusagen gehört, da wollte man natürlich

00:11:05: verhindern, das WhatsApp sagt, okay, wir werden jetzt eine DIPA, verstehe ich auch.

00:11:09: Es wurden aber auch viele Dinge ausgeschlossen, die aus unserer Sicht für den Pflegebedürftigen

00:11:13: eben hilfreich sind, wie zum Beispiel die Beratungs- und Pflegeleistungen, es explizit ausgenommen,

00:11:18: sprich wir in unserer New App müssten dieses Feature oder diese Funktionen komplett rausnehmen,

00:11:23: damit wir überhaupt die Pferden könnten, weil dieser Teil eben explizit vom Gesetz

00:11:26: ausgeschlossen wurde.

00:11:27: Liegt es daran, weil die Kasse ihre Pflicht als aufklärende beratende Instanz so im

00:11:32: Fokus sieht, weil sie das so sehr gut umsetzt, dass alle anderen das nicht machen müssen?

00:11:38: Na gut, die Kasse hat das ja nicht entschieden, am Schluss hat es dann als der Gesetzgeber

00:11:41: entschieden, aber es kann sein, dass die Einflussnahme der Impressenvertreter dazu geführt hat.

00:11:47: Also man hatte damals bei den Gesprächen das Gefühl, dass das auf Kassenseite halt versucht

00:11:52: wurde, die Hürde möglichst hoch zu legen, wir haben immer diskutiert, auf der einen

00:11:56: Seite war sozusagen möglichst hohe Hürden, wir haben versucht die Hürden natürlich

00:12:00: niedrig zu halten, um eben Innovation zu fördern und dadurch, dass die Hürden jetzt so hoch

00:12:04: sind, das Ergebnis sehen wir, es gibt wie gesagt noch keine Einzige, ich weiß von zwei, drei

00:12:08: Unternehmen, die den Weg gehen, die jetzt auch in der Studie schon sind oder jetzt anfangen

00:12:11: mit der Studie, die aber auch, muss man dazu sagen, eben sehr spezielle Themen sich vornehmen,

00:12:17: wie zum Beispiel das Thema Sturzrisiko.

00:12:19: Und damit kann ich eben auch mit einer Studie nachweisen, das Sturzrisiko hat sich entsprechend

00:12:23: gesenkt durch die Intervention.

00:12:25: Wir gehen mit Nui in einen anderen Weg, wir gehen eben diesen Plattformweg, weil wir glauben

00:12:29: mit einem Thema, also dieses Sturzthema, wenn ich das löse, dann löse ich ein Problem,

00:12:33: die Pflegebedürftigen und Angehörigen haben aber eine ganze Reihe von Themen.

00:12:38: Wir versuchen eben eher breit zu gehen und nicht spitz zu gehen und damit sind wir momentan

00:12:41: leider von der Diepa ausgeschlossen und müssen eben Individualverträge mit den Kassen aktuell

00:12:45: schließen.

00:12:46: Schade, also Schade dafür, dass wir digital vorwärts kommen wollen, nicht kommen können

00:12:54: und dann selber uns solche Hürden einbauen aus der Gesetzgeberperspektive, schade.

00:12:59: Ja, also ich kann ein Beispiel bringen, auch bei den Gesprächen war das immer ganz lustig,

00:13:03: dass eben dadurch, dass die Hürden so hoch sein sollen, wurde immer wieder diskutiert,

00:13:07: wie beispielsweise Sicherheit ist natürlich ein ganz wichtiges Thema.

00:13:09: Es muss also hochsicher sein, weil es ja eine sehr vulnerable Zielgruppe ist, mit der man

00:13:14: es zu tun hat und die Daten sind sensibel, deswegen muss es also sehr sicher sein.

00:13:17: Auf der anderen Seite wurde diskutiert, dass natürlich die Benutzbarkeit der Lösung der

00:13:21: App einfach sein muss, weil wir eben eine ältere Zielgruppe haben, die müssen einfach damit

00:13:25: umgehen.

00:13:26: So, da wurde dann diskutiert, dass man möglichst einfach vielleicht sogar so UX, also User Experience,

00:13:33: die Zertifikate erstellt, um eben das vorzuprüfen, ob das auch wirklich einfach funktioniert.

00:13:37: Auf der anderen Seite hat man gesagt, sicherheitsmäßig brauchen wir aber eine Zwei-Faktor-Autentisierung.

00:13:41: Weiß nicht, ob er die kennt, aber damit kann kein älterer Mensch umgehen oder weniger.

00:13:47: Das ist ja unser Sohn.

00:13:48: Genau, aber wenn man das jetzt vergleicht, also möglichst einfach und dann gleichzeitig

00:13:51: möglichst sicher und bei beiden Seiten die Hürden eben so hochgelegt, das widerspricht

00:13:55: sich gegenseitig und damit kann nichts Vernünftiges rauskommen und ich habe auch damals als letzten

00:14:00: Wunsch, ich erinnere mich noch, die letzte Session, dann hieß es dann, was wäre denn Ihr Wunsch

00:14:04: an den Gesundheitsminister, wenn Sie einen hätten, haben könnten da, war mein Wunsch ein

00:14:07: bisschen mutiger zu sein, ein bisschen mutiger, nicht versuchen alle Risiken auszuschalten,

00:14:11: weil wenn ich natürlich alle Risiken ausschalte, dann bleibe ich zu Hause und gehe nicht mehr

00:14:14: vor die Tür.

00:14:15: Das ist am sichersten.

00:14:16: Wenn ich Innovation fördern will, dann muss ich lernen, muss ich starten mit was, dann

00:14:20: merke ich irgendwo, ich muss gegensteuern, weil das funktioniert, ich merke andere Dinge

00:14:23: funktionieren, die kann ich fördern, aber sozusagen zu warten, bis man den perfekten,

00:14:29: perfekte Setup hat und erst dann in den Markt zu gehen, das hat noch nie Innovationen hervorgebracht.

00:14:34: Meine Rede ist ja da schon länger, da hat ja Herr Westerfeldhaus schon von dem Co-Piloten

00:14:39: gesprochen, also dieses Quartiersmanagement, dass da einer den Hut aufhat, fachlich natürlich

00:14:46: auch entsprechend ausgebildet und dann die gesamte Versorgung organisiert.

00:14:50: Das ist mein Wunschtraum, weil momentan ist es so, wir als Beratungsstelle dürfen verschiedene

00:14:57: Beratungen machen, aber kein Case Management, also keine 7a-Beratung, das dürfen wiederum

00:15:02: diese Instanzen, die können einen elektronischen Versorgungsplaner stellen, wir können das

00:15:06: nicht, aber letztendlich geht es um den Menschen.

00:15:09: Und die Menschen ist es glaube ich ganz egal, ob A, B oder C, es wäre schön und wünschenswert,

00:15:15: dass ein Case Management stattfinden kann.

00:15:17: Und auch in Betracht auf diese Situation finde ich halt Digitalisierung sehr, sehr wichtig.

00:15:23: Das haben wir jetzt neu eingeführt, das elektronische Rezept, was nicht funktioniert.

00:15:28: Katastrophe.

00:15:29: Katastrophe, aber wir denken ja schon in die richtige Richtung und das müssen wir in

00:15:33: der Pflege auch.

00:15:34: Und in der Pflege haben wir die Menschen, die also die pflegenden Angehörigen sind komplett

00:15:39: überfordert mit der Pflege, wollen sich gar nicht mit diesen ganzen Anträgen und der

00:15:42: Bürokratie auseinandersetzen und die Betroffenen selber sind betagt oder selber überfordert.

00:15:48: Also dann kommen wir ins Spiel und dann könnte man das ja mit so digitalen Anwendungen gemeinsam

00:15:53: umsetzen oder ist das Wunschding?

00:15:54: Wie wäre es denn, wenn du dieses Case Management von dem nur sprichst, wenn man das übertragen

00:15:58: könnte dann nach, den Plan beispielsweise in so eine digitale Lösung übertragen könnte

00:16:02: und sagen könnte, das sind jetzt die nächsten Schritte, die wir vereinbart haben.

00:16:04: Die sind hier nachvollziehbar für mich, die sind nachlesbar.

00:16:07: Ich kann in der App dann eben die Schritte, die da vereinbart wurden, dann nochmal nachhalten

00:16:10: und kann dann, weiß ich nicht, zwei Wochen später nochmal über einen Telefonat oder

00:16:15: über eine Interaktion mit dem Berater eben checken, hat das alles stattgefunden und wo

00:16:19: kann man nochmal nachsteuern.

00:16:20: Da kann so eine digitale Lösung glaube ich super unterstützen dabei.

00:16:23: Ich war gestern bei meiner Beratung, da ging es um Hilfsmittel.

00:16:26: Eins hätte ich empfehlen können nach meiner Fachkompetenz.

00:16:29: Die anderen drei aber nicht, dann dachte ich, wenn er die drei verschwrempt verordnen muss,

00:16:35: dann soll er das vierte auch mitverordnen.

00:16:37: Und dann haben wir diverse Sachen abgesprochen.

00:16:39: Ich habe die Hausaufgaben gegeben, heute kriege ich eine SMS zurück.

00:16:43: "Mmm, Frau Dünder, das habe ich erledigt, aber der Arzt sagt, ich soll keine Hörstufung

00:16:47: machen, weil der Arzt sagt, ich werde runtergestuft."

00:16:49: Wo ich dann denkt, Mensch, der Arzt hat keine Ahnung, lass mich das machen.

00:16:52: Aber ich könnte doch beim Kunden sitzen, das Ganze im System erfassen und jedem dann

00:16:58: auch Aufgaben zuweisen und dann wieder als Akteur dann alles zusammen sammeln und den

00:17:03: jenigen versorgen.

00:17:04: Oder stelle ich mir das zu kompliziert.

00:17:06: Nenn jetzt wer, würdungswert.

00:17:07: Bin ich zu innovativ?

00:17:08: Ja, wirklich zu innovativ.

00:17:09: Also wenn ich dann die nordischen Länder gucke, wo es ja wirklich ist, also eine Freundin

00:17:15: von uns, die wohnt seit über 20 Jahren in Schweden.

00:17:17: Und da ist das wirklich perfekt organisiert.

00:17:19: Da kann man ja quasi sagen, dann kommt dann in den nördlichsten Schweden Hubschrauber

00:17:22: angeflogen mit einer Fachkraft und die organisiert dann alles.

00:17:25: Und dann läuft das aber auch.

00:17:27: Und also wir hatten ja kurz vor Weihnachten rausgehauen, ob Blautabach überhaupt noch

00:17:31: anwesend ist oder ob er schon ab...

00:17:33: Und dann haut er da das Pflegekompetenz-Stärkungsgesetz oder die Gedanken dazu vorsichtig raus, wo

00:17:39: man sich dachte, ah ja, okay, mal gucken und laut den Stichpunkten zumindest geht es ja

00:17:43: in die richtige Richtung.

00:17:44: Das Problem da ist und da, was viele eben wieder aus dem Blick verlieren, die Pflegeversicherung

00:17:51: selber ist ja keine Profession und auch nicht professionell ausgelegt, sondern auf Leinfläge

00:17:56: ausgerichtet.

00:17:57: Und die brauchen eben dieses Gesamtpaket an Unterstützung.

00:18:01: Und gerade in der heutigen Zeit eben diese Verknüpfung zwischen Realität und Digitalität,

00:18:06: sag ich mal, wenn man das so sagen kann.

00:18:08: Weil man macht das ja selber auch so.

00:18:10: Auf der einen Seite habe ich alles in meinem Handy drin und kann darüber alles machen.

00:18:16: Ich scheiter dann aber daran, wenn ich im Leben ein Auto anmelden will und ich muss

00:18:21: da 500 Seiten Papier einrichten oder eben auch, was jetzt die Gesundheitskarte angeht,

00:18:26: dann wird so ein toll gedacht.

00:18:28: Und dann erzählern die Leute schon in den ersten Tagen, dass es total erblödsinn und

00:18:33: so umständig ist, weil ich kann auch nicht mehr kontrollieren, ob die Ärztin als das

00:18:37: richtige aufgeschrieben hat.

00:18:38: Dann rennen die zur Apotheke, gehen zu denjenigen nach Hause, stellen fest, das sind die völlig

00:18:42: falschen Medikamente.

00:18:43: Dann rennen die wieder hin und her.

00:18:45: Dann war die eine, die hat erzählt, dann hat er die von ihrer Mutter und ihrem Vater

00:18:48: die Karte bei der Apotheke abgegeben.

00:18:51: Dann hat sie da, nee, das geht nicht, müssen wir noch bestellen, da drei Medikamente gekriegt.

00:18:55: Dann sagt er die Mutter zu Hause, das sind aber die von deinem Vater.

00:18:58: Und eins ist von mir und wo ist das andere?

00:19:00: Das müsste dann also bei deinem Vater auf der Karte sein und so was, wo man sich immer

00:19:05: denn denkt, so, warum kriegen wir es nicht hin?

00:19:07: Ich wollte mich digital krank melden.

00:19:10: Also telefonisch hätte auch geklappt und so weiter.

00:19:15: Konnte ich aber nicht, weil meine Krankenversicherungskarte in dem Quartal nicht eingelesen war.

00:19:21: Ja, da fängt es ja schon an.

00:19:22: Die Lebenkontrolle.

00:19:23: Sind sie denn auch da?

00:19:25: Ja, genau.

00:19:26: Also es sind ganz viele Hürden noch.

00:19:28: Ja, und wenn ich dann aber sehe, schuldigung, wenn ich dann sehe, dass wir eben Menschen

00:19:32: in diesem Land haben, die sich eben trauen, ein Risiko einzugehen, zu sagen, ich habe

00:19:36: eine Idee, ich will das umsetzen und dann, also wir haben ja mit mehreren gesprochen und

00:19:41: also ihr seid ja auch in einem Verband organisiert.

00:19:44: Ja.

00:19:45: Und was man so mitkriegt, ist wirklich ja eigentlich frustrierend.

00:19:48: Ja.

00:19:49: Auch die Gespräche mit den Kassen, das muss man ja ganz klar sagen, sind ja sehr schleppend,

00:19:53: um es vorsichtig auszudrücken.

00:19:55: Und ich bin dann aber so, ich darf das, ich bin ja frei unterwegs, ich unterstelle ganz

00:19:59: klar, dass mit Absicht dagegen gehalten wird, weil es vielleicht Kosten verursacht und weil

00:20:03: man eben vielleicht nicht so weit ist, um es überhaupt umzusetzen, den Eindruck habe

00:20:08: ich manchmal.

00:20:09: Also was mich erwundert ist, dass man so viel Zeit und Energie darauf aufwendet, diese

00:20:14: Kosten, von denen du sprichst, zu reduzieren, die ja im Mikrobereich sind.

00:20:18: Also wenn wir von den Kosten sprechen, im Pflegebereich, dann gäbe es doch ganz andere

00:20:21: Töpfe, wo man anfangen könnte, wenn man sparen wollte.

00:20:24: Ja, ja, ja.

00:20:25: Aber jetzt herzugehen und so sagen, die 10 Millionen, die vielleicht irgendwann mal oder

00:20:27: die 20 Millionen, die die passen, mal kosten werden, wenn man das reduziert auf 500, also

00:20:31: das ist ja jetzt eine marginale Kosten.

00:20:33: Also warum man da so viel Energie drauf verwendet, in diesem Bereich, der sich sozusagen gar nicht

00:20:38: auswirkt wirklich ausbudget.

00:20:39: Ja, es ist halt wahrscheinlich die Angst vor neuen Kosten, die dahinter steht und vielleicht

00:20:44: auch die Angst davor, solche bestehenden Töpfe anzugehen, die natürlich bestehende Player

00:20:48: haben.

00:20:49: Ja, ja, ja.

00:20:50: Das ist wahrscheinlich eher.

00:20:51: Ja, ja.

00:20:52: Aber wir hatten ja eingangs gesagt, 12 Milliarden, dazu haben wir ja auch eine extra vorgemacht,

00:20:56: 12 Milliarden.

00:20:57: Ja.

00:20:58: Und das war die Stellung war, was wäre, wenn es genutzt, wer durchwähre?

00:21:02: Wo ist das Geld?

00:21:04: Also es gibt ja.

00:21:05: Das ist Buchgeld, ist das nicht da?

00:21:08: Ja, ja.

00:21:09: Wenn du weißt, wo es nicht ist, sagt der Bescheid.

00:21:13: Wenn die Liquidität auch nicht da ist, dann kommen Kassen ja auch in Schwierigkeiten,

00:21:17: trotzdem es Buchgeld ist.

00:21:18: Ja, wir haben einen Mobius, ja, wir haben einen Gesamttopf, wo man das dann auch rausholen

00:21:25: das würde dann auch zu weit führen, wo die Gelder dann doch bleiben. Aber es sind ja

00:21:31: Beitragsgelder, die reinkommen und es gibt Summe X an Pflegebedürftigen. Also muss

00:21:37: auch Summe X zur Verfügung stehen, damit es abrufbar ist. Die Diskussion führen wir mit den

00:21:43: Kassen tatsächlich auch manchmal. Also wenn wir mit solchen Verträgen sprechen oder Kooperationen

00:21:48: sprechen, ist manchmal auch die Frage, na ja, wenn ihr die Leute quasi darauf hinweist, was es

00:21:52: alles für Abruf-Vögligkeiten gibt, dann werden unsere Kosten streiken natürlich dadurch. Auf der

00:21:57: anderen Seite, wenn man mit der Versorgungsparte spricht, ist schon auch klar, dass es darum geht,

00:22:00: ja die Menschen zu Hause zu halten. Also spricht denen es schon klar, dass es darum geht, die

00:22:04: Angehörigen zu unterstützen zu Hause, um zu verhindern, dass die Person ins Pflegeheim kommt,

00:22:09: weil die Kosten ja deutlich höher sind. Also insofern, wenn ich die Wahl habe zwischen Ambulanz

00:22:12: zu Hause und die Angehörigen unterstützen oder eben die Angehörigen machen die Grätsche,

00:22:16: sagen ich kann nicht mehr und der Mensch muss ins Pflegeheim, mache ich lieber erstes. Und da

00:22:20: kriegt man die dann schon damit auch mit der Pflegeberatung. Wir in unserer App versuchen,

00:22:24: die Menschen ja auch zur Pflegeberatung zu bringen und zu sagen, informiere dich mal in dieser App

00:22:28: erstmal und wenn du quasi das Gefühl hast, jetzt geht es an eine Detailfragen, dann geht es um eine

00:22:32: Pflegeberatung. Und auch die kostet natürlich Geld, trotzdem ist es eben ja auch nachgewiesen deutlich

00:22:37: besser, die Menschen sind deutlich besser organisiert und halten auch länger durch und werden auch

00:22:41: weniger krank. Auch das sind ja Sachen, also das haben wir mit den Kassen auch besprochen,

00:22:44: die Folgeerkrankungen der Pflegenden Angehörigen. Dann kommt immer der Satz, na ja, das ist ein

00:22:48: anderer Topf. Interessiert uns nicht. Wir haben sozusagen SGB 11, das ist SGB 5, da sind wir

00:22:53: nicht für zuständig. Da bräuchts halt jemanden, der dann ein bisschen weiter denkt und sozusagen

00:22:57: diesen Gesamtblick hat und das müsste eigentlich die Politik sein aus meiner Sicht. Ja, aber wenn

00:23:01: Sie, also ich habe 18 Jahre Kassenerfahrung und das ist genau so, ich habe im SGB 5 Bereich gearbeitet

00:23:09: und dann irgendwann im Elberbereich, wie uninteressant Sie auf einmal werden. Genau. Keine Ziele,

00:23:14: weil das ist ja nicht beitragsrelevant. Ja mein Gott, also wenn wir Pflege nicht ausgeben,

00:23:21: dann geben die anderen das aus. Das holen wir sowieso aus den Topfen raus. Also was dafür auch

00:23:27: eine fehlende Wertschätzung auch der Pflegeversicherung gegenüber gegeben oder nicht gegeben wird. Und

00:23:32: das zieht sich dann wie so ein roter Faden, ob man dann in der IT-Abteilung ein neues Tool für

00:23:37: seine Pflegeversicherung braucht. Prior 79, wir sind nicht Krankenversicherung. Also das ist,

00:23:43: das ist auch von der Wertigkeit und wie du gesagt hast, es ist Leinflege. Also wir reden hier nicht

00:23:49: von professionellen Pflegefachkräften, sondern es ist Leinflege und die haben einfach zu wenig

00:23:54: Fürsprecher auch. Ja, ja gar keinen. Also sie haben Leute, die versuchen für sie zu sprechen,

00:23:59: aber die werden nicht gehört. Also ich weiß, ich bin bewusst nicht ernst genommen, keine Ahnung,

00:24:04: aber es muss ja allen klar sein, wenn dieser große Pflegedienst der Angehörigen wegfällt.

00:24:09: Genau. Und der große Pflegedienst der Angehörigen, es sind die Babyboomer jetzt. Die werden deutlich

00:24:16: weniger. Die Anzahl der Pflegebedürftigen wird mehr, die Anzahl der Pflegenden wird weniger. Und so

00:24:22: wichtiger ist es eben, skalierbare Lösungen zu schaffen. Was wir nicht schaffen werden,

00:24:26: ist, dass wir eine halbe Million mehr Pflegekräfte brauchen. Ich glaube,

00:24:29: ich habe gelesen in den nächsten Jahren, wo die herkommen sollen, weiß ich nicht. Und da,

00:24:32: glaube ich, eben kann Digitalisierung helfen, weil eben Digitalisierung den schönen Mehrwert

00:24:37: bringt, dass ich eine Lösung einmal baue und eine Million Menschen sich das gleichzeitig

00:24:41: angucken können. Und ich brauche nicht in den Millionen Berater, die gleichzeitig sozusagen

00:24:45: die Beratung durchführen. Ich brauche beides eben zusammen. Aber die Digitalisierung hat

00:24:48: diese Skalifähigkeit, die eben der Mensch nicht hat. Wir können uns nicht teilen. Ja, man kann das

00:24:52: dann so wunderbar eben gezielt steuern, weil, also ich will nicht sagen, wir laufen blindlos, aber wir

00:24:58: laufen los und kommen in Situationen und dann gibt es das Gesamtpaket. Und wenn man eben schon

00:25:03: vorsteuern kann, sag ich mal, dann ist das ja viel einfacher, dann auch diesen Prozess zu steuern,

00:25:08: individuell zu gucken, wie können wir demjenigen helfen. Aber ich glaube, diese Botschaft ist

00:25:14: noch nicht ganz angekommen. Also definitiv, wir haben jetzt letztendlich ein Fall besprochen in

00:25:18: unserem Verband, dem Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung, wo wir auch eine Arbeitskreis

00:25:22: Digitale Pflege haben und die Dinge besprechen eben, dass man auch die Begutachtung mit des

00:25:27: medizinischen Dienstes oder von Medikpuff, dass man diesen Prozess, also erstens mal nimmt ja die

00:25:32: Zahl der Anträge zu. Das heißt, die haben alle Probleme, Gutachter zu finden, diese Gutachter,

00:25:38: die man da rauszieht aus dem Pflegeberuf, die fehlen natürlich an einer anderen Stelle. Das

00:25:43: heißt, es wäre halt dringend notwendig, diesen Prozess digitaler zu gestalten und besser auch

00:25:47: nachvollziehbar zu gestalten. Wir haben eine Umfrage gemacht bei über 2000 Pflegebedürftigen und

00:25:52: Angehörigen über diesen Prozess und also großteil davon hat gesagt, er ist ziemlich stressig

00:25:56: dieser Prozess, maximal intransparent dieser Prozess. Und da könnte man wie gesagt aus unserer

00:26:01: Sicht eben digital viel helfen und die Angst, so hat es das zu Beginn gesagt, es schafft jetzt die

00:26:07: Digitalisierung und die Pflegeberater ab. Da sind wir ja Milliarden Jahre von entfernt davon. Also

00:26:11: wir haben ja zu wenig Leute. Es ist ja nicht so, dass wir jetzt sagen, die Pflegeberater oder Menschen

00:26:16: in der Pflege wissen nicht, wo sie den Job finden, sondern wir müssen ja gucken, dass wir das irgendwie

00:26:19: stemmen, weil die Anzahl der Leistungsempfänger sozusagen erzunehmen. Also gerade digital in

00:26:26: Berlin haben wir das schöne Phänomen, dass der medizinische Dienste Online-Fragebögen raus schickt,

00:26:32: was teilweise halt überfordert, aber wir wissen das als Pflegeberater, so dass wir dann mit den

00:26:37: Kunden kommunizieren können. Wenn das da ist, helfen wir auch beim Ausfüllen. Führt dazu,

00:26:41: dass bei bestehenden Pflegegraden, wenn genügend medizinisches Infomaterial vorhanden ist und

00:26:47: dieses Formular adiquat ausgefüllt ist und zum Schluss darf ich ja auch noch sagen, welche

00:26:52: Profession ich habe und ich unterstützt habe. Also zu 98 Prozent geht das dann auch nach Aktenlage.

00:26:58: Ja, super. Genau. Und das hilft ja allen Beteiligten. Weil das führt zu Stress und wenn jemand eine

00:27:05: bestimmte Diagnose hat, das ist absehbar, dass dann auch entsprechend der Hilfenbedarf da ist.

00:27:11: Und ich finde, man sollte uns auch mehr vertrauen, wenn wir dann vor Ort als Pflegefachkräfte sind,

00:27:16: dass wenn wir was dokumentieren, dass das dann auch Hand und Fuß hat. Nein. Muss nicht sein.

00:27:23: Es ist schon so, dass, also wo du auch sagtest, mit dem Begutachter, wir kriegen das ja hier

00:27:29: auch mit. Also wir haben hier auch mehrere Sachverständige und viele Kassen fragen zur

00:27:34: Zeit bei uns an, ob wir Kapazitäten frei haben im Formen der unabhängigen Gutachter. Also das

00:27:41: im Gegensatz zum Vorjahr hat das also wirklich immens angezogen und dann kriegen wir Aufträge,

00:27:49: die schon etwas länger beim medizinischen Dienst lagen. So sieben Monate. So sieben,

00:27:53: acht Monate, wo man sich dann denkt, okay, ja. Und das ist ja aber gar nicht mal, sag ich mal,

00:27:58: dem schlechten Umsetzunggeschuld, sondern eben auch Großteils dem fehlenden Personal,

00:28:02: den fehlenden Kapazitäten. Und wir sehen das hier bei uns auch. Wir haben bei uns in den

00:28:06: Beratungsstellen seit 22 November, November 22 Aufnahmestopp, weil wir haben über dreieinhalb

00:28:13: tausend Kunden, die wir versorgen und es geht nicht weiter, weil es kommt keine Leute hinterher,

00:28:18: die es machen können. Umso erstaunlicher ist es doch, dass man sich dann so wert gegen Digitalisierung,

00:28:23: also weil wie gesagt die Digitalisierung ist ja nicht so, dass hier Menschen wegrationalisiert

00:28:27: werden, sondern es werden nicht vorhandene Menschen ersetzt sozusagen, richtig. Deswegen ist es umso

00:28:32: unvorstellbarer, warum da so große Ablehnung und so große Interstellungen stehen. Also ich weise

00:28:38: gerade die Kolleginnen in unserem neuen Tool ein, unser Software, wie man die Beratung dokumentiert.

00:28:45: Und da gibt es auch eine Passage, keine Unterstrift, wenn Papierausdruck erfolgt. Und unsere

00:28:50: Mädels, also, hey, Papierausdruck, was soll das denn? Wir arbeiten von an, also nur mit Tablets,

00:28:57: nur digital. Wir haben kein Papier, außer wenn wir das Ganze dann ausdrucken, wenn wir es zu

00:29:02: Abrechnung schicken müssen. Aber es gibt noch ganz, ganz viele Menschen, die mit Papier arbeiten,

00:29:07: die dieses Digitale, ich möchte auch niemand nahetreten, wenn ich zig Jahre in der Pflege

00:29:14: gearbeitet habe und dann berufsbedingt aufhören und umschulen oder umstrukturieren muss und auf

00:29:18: einmal vom Papier auf digital umsteigen muss. Ich bin dann schon überfordert. Also die gibt es auch.

00:29:24: Und ich glaube, das sind auch diejenigen, die dann sagen, oh nee, diese App würde mich ja ablösen.

00:29:30: Ja, vielleicht. Ja, es löst ja keiner irgendjemanden ab. Das ist ja das Lustige. Also ich weiß nicht,

00:29:35: ob der Großteil hat es in der Pflege, gibt es ja diese Berufskrankheit. Ich weiß es besser

00:29:40: als der andere. Und es ist völlig egal, worum es geht. Ich weiß es noch besser.

00:29:44: Ich weiß es noch besser als du. Und vielleicht ist das ja trotz, kann ja sein. Das ist so,

00:29:49: ja, du hast eine tolle Idee, aber nein. So, ich weiß es nicht. Also wir müssen ja immer so ein

00:29:55: bisschen lustig sein dabei. Es ist schon so, man hat den Eindruck, dass Leute Angst haben, dass

00:30:00: ihr Arbeitsplattformen geht. Aber es ist ja wirklich nicht der Fall, weil es wird so viel Arbeit

00:30:03: haben. Das war der Einstiegssatz, also ich mal mit dem medizinischen Dienst. Ich sage jetzt nicht,

00:30:10: in welchem Bundesland, aber mit einem gesprochen habe und es war der Herr, der die Pflegebegutachtung

00:30:15: leitet. Und ich habe ihm dann gesagt, lassen Sie uns auch mal drüber sprechen, wie wir vielleicht mit

00:30:18: unserer Plattform auch bei der Digitalisierung der Begutachtung helfen können. Und er sagt, ja,

00:30:22: ja, ich weiß schon, Sie wollen uns alle wegrationalisieren. Und mir dachte er so, diese Angst,

00:30:26: also in der Branche, wo die Händeringe nach Menschen suchen, nach Fachkräften suchen.

00:30:32: Also gerade bei medizinischen Dienst, das war ja irgendwann kam ja die Strafzahlungsfrist,

00:30:38: dann wurden wir digital auch Richtung medizinischer Dienst. Also es hat uns damals als Kassen auch

00:30:44: gezwungen, da zu agieren. Und diese DTA, was eigentlich DET ist, also DTA ist Datenaustausch,

00:30:52: weil Datenträger gibt es ja nicht mehr. Aber diese Richtlinie, die war schon so veraltet,

00:30:58: dass da Floppydisc und so weiter draufstehen. Also wir saßen da auch jahrelang. Floppydisc,

00:31:04: aus der Generation ist das noch. Und da waren auch ganz große Ängste und wie soll das funktionieren.

00:31:12: Und jetzt arbeiten Sie zum Glück seit Jahren damit und es läuft gut. Und wenn ich auf Enter

00:31:17: drücke, hat der medizinische Dienst den Auftrag und ich habe nicht den Postweg,

00:31:21: worüber dann auch Zeit verschwindet. Ich würde mir wie gesagt ein bisschen mehr wünschen,

00:31:27: einfach neugieriger zu sein und zu versuchen, Dinge auszurubieren, zu schauen, was funktioniert

00:31:32: und was nicht funktioniert. Und wir zerreden die Dinge. Ich habe letztens wieder gehört,

00:31:35: die Deutschen haben so einen Talent dazu, die Dinge immer quasi maximal sicher zu machen,

00:31:39: zu wollen. Bevor es nicht perfekt sicher ist, wird es eben nicht auf den Kunden losgelassen.

00:31:43: Und diese Sicherheit gibt es leider nicht. Selbst das Leben ist unsicher und in der Nacht

00:31:48: dem Tod. Ich war frischling als Referentin im GKV Spitzenverband in dem Gremium und haben mir

00:31:54: erlaubt, weil da so eine Endlustdiskussion wegen und oder oder war. Weil ich mein Gott und oder

00:31:59: oder. Ich dachte, ich werde erschlagen. Ich dachte, ich werde an die Wand gestellt und gleich

00:32:03: abgeschossen. Die ganzen Juristen haben sich auf mich losgestürzt, dass das ein Riesenunterschied

00:32:10: ist und überhaupt. Und dann habe ich mich ein bisschen zurückgenommen und habe dann gesagt,

00:32:13: na ja, okay, soll, muss, kann. Das sind schon sehr elementare Unterschiede. Also es ist schon irre,

00:32:20: wie viel man diskutieren kann wegen eines Satzes. Eines Wortes. Eines Wortes. Und dann sehe ich aber

00:32:27: die andere Seite, wie kreativ dann die andere Seite sein kann. Dieses Wort, worüber man monatelang

00:32:33: debattiert hat, wird komplett anders ausgelegt, wo ich dann sage, ja, dumm gelaufen. Sieht man jetzt

00:32:38: bei den Deepers ja. Menschen haben sich monatelange Banken gemacht zu der Gesetzgebung, die ist

00:32:42: jetzt da interessiert. Keiner nutzt es, weil es eben, weil sie nicht passend ist. Ja, ich kann mich

00:32:47: noch erinnern, als das Gesetz auf den Markt geschmissen wurde. Da war ja im sozialen Medien, es war

00:32:54: ja ein, also ein Debris rauschen ohne Ende. Ich habe im ersten Moment überhaupt nicht verstanden, was

00:33:00: los ist und habe dann auch nachgelesen, dachte mir so, was ist das? Weil viele eben, die dachten,

00:33:04: die Dachwerden zu können gesehen haben im Gesetz, dass es eben nicht dazu kommt und halt auch die

00:33:08: Hoffnung quasi auf eine Abrechnungsmöglichkeit dann dahin war. Ja, das war die Stimmung damals,

00:33:14: die war und man konnte sich seit Dezember, ich würde 22, konnte man sich bewerben. Also seit

00:33:19: da ist, hat es bei B-Farmen diese Möglichkeit, die paar einzureichen, die paar Antrag einzureichen.

00:33:24: Jetzt sind wir im Januar 24 und bisher ist noch nichts eingereicht. Das ist traurig, also das

00:33:31: finde ich schade aus. Das ist ja viel Arbeit, die hinter so einem Gesetz auch steckt. Sehr,

00:33:37: sehr viel Arbeit. Aber sogar der B-Farmenpräsident hat letztens in dem Podcast gesagt, da muss

00:33:41: dringend nachgebessert werden. Die sitzt natürlich auch da und warten auf Anträge und es kommt

00:33:44: nichts. Die haben mir auch die Stellen geschaffen. Ja, dass diese Stellen geschaffen werden und dann wird...

00:33:52: unfassbar. Ich versuche trotzdem optimistisch und positiv für die Zukunft zu blicken. Also es

00:34:00: wirklich erschreckend. Also ich bin nicht ganz so negativ. Bei den Deepers muss ich sagen, da

00:34:07: muss dringend nachgebessert werden. Das versuchen wir auch mit dem Verband übrigens auf der politischen

00:34:11: Ebene zu diskutieren. Haben das auch schon angebracht. Das ist halt immer die Frage, wann

00:34:14: wird... Da bist du ja im Vorstand. Genau, da bin ich im Vorstand auch für das Thema Pflege verantwortlich

00:34:18: und auch für die politische Kommunikation quasi. Das heißt, wie gesagt, da haben wir schon mal die

00:34:22: Fühle ausgestreckt und versucht mal zu eröhren, wieder die Bereitschaft dazu da ist, dieses Gesetz

00:34:28: nochmal anzupacken. Die Frage ist ja auch, mit welchen Themen punktet man, wann. Also jetzt kommt

00:34:33: nächstes Jahr die Wahl. Und welches Referat? Bei welchem Referat ist es angesiedelt? Ehr beim

00:34:38: technischen, eher bei der Pflege. Das ist aber eines der Probleme. Also die DIGAS sind tatsächlich von

00:34:44: dem Digitalisierung Referat federführend begleitet worden, die D-Pass von dem Pflegereferat, die

00:34:49: sich abstimmen mussten mit den digitalen. Und das hat irgendwie, glaube ich, alles nicht so gut

00:34:53: funktioniert. Aber am Ende des Tages werden wir sehen, ob die Politiker, die ja auch wiedergewählt

00:34:59: werden wollen, nächstes Jahr denken Pflege könnte ein Thema sein, mit dem wir punkten. Ich glaube,

00:35:03: ja, ich bin fest davon überzeugt, dass viele Menschen in Deutschland sehen, Pflege ist eine

00:35:07: riesen Herausforderung. Und wenn es dafür Lösungen gibt und Politiker sich dafür einsetzen,

00:35:11: können die aus meiner Sicht damit punkten, ob sie das auch so sehen. Aber das werden wir

00:35:14: die nächsten Monate erruieren. Ja, ich hoffe. Und was ich so schön finde, wir sagen ja immer nach

00:35:19: all den Jahren, wir sind irgendwann betriebsblind, was ja tatsächlich so ist. Irgendwann sieht man

00:35:23: die Sachen ja selber nicht mehr, dass so viele von außerhalb kommen, die eigentlich nicht aus der

00:35:29: Pflege kommen und dann mit Ideen um die Ecke kommen, wo man selber dann da sind, sagt, stimmt. Natürlich.

00:35:36: Aber dann kommen die ersten Stimmen und das möchte ich meinerseits abschließen mit auf den

00:35:42: Weg geben. Gibt es so viele Stimmen aus unseren eigenen Reihen aus der Pflege, die dann sagen,

00:35:47: also wenn die Leute kommen, aus die nicht aus der Pflege kommen, was wollen die uns denn erzählen,

00:35:51: bitte schön, wo ich mir denke, ja. Ja, und dann immer der Vorwurf, die wollen auch nur Geld

00:35:54: verdienen. Das habe ich mir oft anhören müssen, als wir am Anfang unsere App von

00:35:58: Geschenk haben. Aber wer ist denn ehrenamtlich, karitativ, wohlwollend nur unterwegs? Also,

00:36:02: ich bin ehrenamtlich unterwegs als Sterbbegleiter seit acht Jahren schon. Übrigens über die

00:36:06: Tätigkeit bin ich auf dieses Thema gestoßen. Also ich mache jetzt seit acht Jahren Sterbbegleitung,

00:36:11: das heißt, ich gehe nach Hause zu Menschen, wo jemand im Sterben liegt, jede Woche und habe

00:36:14: da die Angehörigen kennengelernt. Also habe da gesehen, wie die oft leiden, obwohl das ja die

00:36:18: letzte Phase dann schon ist in der Reise und habe damals gedacht, da muss es doch digitale

00:36:22: Unterstützung geben, habe gesucht, nichts gefunden und darauf kam dann die Idee zu sagen, ja dann

00:36:26: mache ich selber, wenn es etwas nicht gibt. Bist du aus deiner vorberuflichen Vergangenheit dann

00:36:33: auf den Gedanken gekommen, hier müssen wir mal ansetzen? Genau, ich bin seit 22 Jahren jetzt,

00:36:38: glaube ich, Softwareunternehmer, also mache ich wahrscheinlich schon Software, aber habe dann

00:36:41: verschiedene Firmen schon gegründet und auch wieder verkauft und habe damals eben diese

00:36:44: ehrenamtliche Tätigkeit angenommen und da gesehen, da ist eine Lücke, da ist und habe gedacht,

00:36:48: da kann ich meine Expertise als Softwareunternehmer einbringen, auch für was sinnvolles. Also es

00:36:53: ist auch ein Thema, was mir wirklich sehr am Herzen liegt, einfach durch meine ehrenamtliche

00:36:56: Tätigkeit als Hospizbegleiter und jetzt seit fünf Jahren versuchen wir dieses dicke Brett

00:37:01: zu bohren. Als ich begonnen habe, habe ich natürlich mit vielen aus der Pflege gesprochen,

00:37:04: Pflegesoftwarebranche, die haben alle gesagt, klappt nicht, haben wir schon vor zehn Jahren versucht,

00:37:08: vergiss es, das spornt mich dann eher an, zu sagen, ja dann versuche ich es jetzt nochmal,

00:37:13: aber es ist ein dickes Brett, dass man daran sieht, dass wir jetzt seit fünf Jahren unterwegs sind

00:37:17: und jetzt langsam dann in die Umsetzung kommen. Also jetzt langsam kommen die ersten Kassen,

00:37:21: die ersten Kassen übrigens machen jetzt Ausschreibungen zu Pflege-Apps, gab es jetzt zwei aktuell,

00:37:25: also sofern die, man bewegt sich langsam, aber man muss durchhalten als Unternehmen,

00:37:30: fünf Jahre zu finanzieren, das ist jetzt auch kein... Das wäre jetzt auch her eben,

00:37:33: also das kann ja auch nicht jeder irgendwie stimmen. Es sind auch einige gescheitert,

00:37:38: also einige unserer Mitbegleiter im Markt haben letztes Jahr die Gretche gemacht,

00:37:42: weil sie einfach nicht mehr durchgehalten haben. Und wenn die Kasse hat natürlich das Problem nicht,

00:37:46: die warten halt und sagen, ja vielleicht nächstes Jahr, vielleicht über nächstes Jahr. Ja Kassen,

00:37:50: können ja rein theoretisch nicht insolvent gehen, aber wir hatten auch die City Baker Kavas damals,

00:37:57: glaube ich. Die war ja auch so, muss ich wirklich sagen, die war ja auch gottenschlecht, also die hat

00:38:03: ja wirklich alles so verwährt, was man an Leistungen im Petto hatte und immer alles abgeliefert. Ja,

00:38:06: wenn es danach geht, kannst du auf diese Liste denn noch andere Kassen haben? Ja, ja, viele Kassen

00:38:13: mit drei Wustaben und Grünfarben, so die meine Freunde. Kommt auch auf das Bundesland an. Also alles,

00:38:21: was hier in Berlin und... Erhakt Berlin. Also alles, was in Berlin eigentlich ist nicht,

00:38:27: aber alles, was in den Nordosten geht, schon. Man weiß gar nicht, was du meinst. Der ist gesund,

00:38:33: halte ich mich raus. Ich kriege immer mal wieder so böse Emails, egal. Aber das,

00:38:38: was du gesagt hast, das ist schön. Nicht in der Pflege verkorkst, wie wir Betriebsblind und sie

00:38:45: ist dann defizit und greifst dann da ein. Und das haben wir ja jetzt die letzten Jahre schon

00:38:51: kennengelernt, so innovative Menschen. Kommt von außerhalb, immer. Das meine ich. Das ist wirklich so,

00:38:56: das ist diese, also alles, was in der Pflegelandschaft zurzeit irgendwie an technischen und innovativen

00:39:03: Ideen kommt, kommt von außerhalb. Das braucht ja beides. Wir haben ja bei uns im Team auch viele

00:39:07: Pflege-Experten, Pflegeberaterinnen, Pflege-Pädagogen, also die natürlich des Fachwissen

00:39:11: mit reinbringen. Also ich alleine, ich könnte das nicht, ich würde auch um beides. Aber es muss

00:39:14: ja einer anfangen und sagen, so, weil selbst die Experten-Experten über euch sind, sind ja nicht

00:39:21: selber auf den Gedanken gekommen, sondern die wurden dann ja angesprochen gesagt, du pass mal auf.

00:39:25: Ja, ja. Und das ist, also wir haben ja nächsten Monat haben wir auch wieder einen ganz tollen

00:39:30: Gast, wo es auch um eine App geht, anderer Bereich, aber auch App und auch wieder nicht aus dem

00:39:36: Bereich, tolle Idee gehabt, auch wieder aus dem Privaten über ein Problem gestolpert. Und das finde

00:39:42: ich so lustig, dass wir selber nicht drauf kommen, also den Wald vollhauter Bäumen nicht sehen.

00:39:46: Oder, oder wir sind, weil wir aus der Pflege gekommen, da auch schon infiziert, da eher zu sagen,

00:39:51: das funktioniert nicht. Das wird nicht klappen. Also ich glaube, die Schwestern-Generation ist

00:39:59: hoffentlich mittlerweile ausgestochen. Also so war meine Oberschwester. Deswegen sage ich euch,

00:40:02: hoffentlich sind alle ausgestochen. Wem du aus einer Innovation gekommen hast,

00:40:05: du dich irgendwie geführt hast. Man sagt ja oft, wenn man am Anfang des Unternehmens

00:40:09: gewusst hätte, was für Hürden auf einen zukommen hätte, dann hätte man es nicht gegründet.

00:40:12: Das ist einer der Vorteile, die man hat, wenn man von außen kommt, dass man diese

00:40:14: Herausforderungen doch nicht kennt. Ihr kennt die dann im Zweifel und sagt, oh Gott, das tu ich

00:40:17: mir nicht an. Vielleicht braucht es dann eben diesen naiven Menschen von außen, der diese Probleme

00:40:23: gar nicht, die Hürden gar nicht kennen und sagt, ich versuch's einfach mal und dann klappt's

00:40:26: manchmal oder das klappt teilweise auch nicht. Stimmt, ich finde diese naivität für ich gut.

00:40:30: Ja, das braucht man's. Also das ist, man kann ja, meine Erfahrung ist, man kann, wenn man scheitert,

00:40:36: immer nur erfolgreich scheitern, weil man geht ja immer mit einer Info daraus geht oder geht nicht.

00:40:40: Jeder, der wirklich scheitert, scheitert, hat einfach mal wirklich Pech gehabt und sollte umdenken.

00:40:45: Und ich finde das ein guter Gedankenansatz. Vielleicht weil wir eben wissen, wie das System

00:40:52: funktioniert, denken wir sich dann so, das packe ich erst gar nicht an, wird eh nichts werden,

00:40:56: weil wir denken ja auch über andere Bereiche, naja, das könnte man ja auch mal machen,

00:41:01: wo alle dann sagen, versuch's mal. Deswegen, ich finde das, ich finde das, ich finde das wirklich

00:41:09: gut. Also ich finde das, ich bin ja sowieso hier auch mit immer allem neuen offen immer ausprobieren,

00:41:13: gucken und danach kann ich dann sagen, funktioniert nicht und ich glaube, das sollte die Politik auch

00:41:19: mal machen. Einfach mal versuchen. Die versuchen ja so viel auch und setzen ganz viel Geld in den Sand.

00:41:23: Ganzer Straßenzüge, die 12 Millionen kosten, also von daher. Mermut würde uns Deutschen,

00:41:29: glaube ich, gut führen und der Politik insbesondere. Ja, gerade zum Wohle eben, der Angehörigen und

00:41:35: auch der Pflegebedürftigen. Ja, definitiv. Das ist ein schöner Schlutzer. Find ich auch.

00:41:39: Vielen lieben Dank. Ja, jetzt sind wir noch schlauer, wissen wir, was deeper ist, wie es mit

00:41:45: Diger angefangen wird und wissen, dass da noch einiges laufen muss, um das dann zu viel Sand

00:41:53: noch im Getriebe. Ja, Sie wissen, dass Sie 50 Euro haben, die Sie sich irgendwie an die Wand

00:41:57: nageln können zurzeit noch? Na oder, oder man beantragt das und sieht, wie die Kassen darauf

00:42:03: reagieren. Und da können wir wehnen abschließen. Ich sage dir, die Hälfte kriegt die Auskunft "Hä?"

00:42:09: Und die andere Hälfte kriegt die Auskunft "Hä?" Man könnte ja mal an seinen Bundestagsgaburten

00:42:15: schreiben und fragen, ob er die Pass empfehlen könnte. Welche die Faire er denn empfehlen könnte?

00:42:19: Ja, genau. Das haben wir auch. Also, wenn Sie an digitalen Pflegeranwendungen interessiert sind

00:42:26: und da irgendwie nicht rankommen, was das ist, schreiben Sie an die Politik und lassen Sie sich

00:42:32: die Anwendung empfehlen und informieren Sie uns darüber, welches es gibt. In diesem Sinne. Bleiben Sie

00:42:41: schön gesund und bleiben Sie vor allen Dingen sarkastisch. Tschüss. Tschüss. Ciao.

00:42:45: [Musik]

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